Sind Sie handwerklich einigermaßen geschickt und haben Sie Spaß am Arbeiten mit Holz? Wie wäre es da mit einem schicken Futterhaus für die Igel in Ihrem Garten? Es ist gar nicht so kompliziert. Eine entsprechende Anleitung mit vielen Bildern finden Sie auf dieser Seite.

Als Bauholz eignen sich alle Bretter mit einer Stärke von ca. 1,5 bis 2 cm. Gut geeignet sind Schichtholz, Siebdruck- und Multiplexplatten mit Beschichtung, beschichtete oder lasierte OSB-Platten oder Leimholz. Bei letzterem empfiehlt es sich, die Bretter mit Holzschutzlasur zu behandeln.
Pressspanplatten mit Kunststoffbeschichtung sind ebenfalls geeignet, man sollte dann das Haus aber so aufstellen, dass es nicht direkt auf dem Rasen steht, denn Pressspan neigt dazu, sich voll Wasser zu saugen und aufzuquellen. Man kann dies verhindern, indem man die Kanten mit Holzschutzlasur oder Holzlack behandelt, am besten mehrfach. Der Vorteil von Pressspan liegt darin, dass man alte Möbel, die man sowieso entsorgen wollte (z.B. Küchenschränke), hierfür prima weiterverwenden kann.
Zusätzlich zu den Holzbauteilen und der Dachpappe benötigen Sie noch zwei kleine Scharniere mit dafür passenden Schrauben für die Befestigung des Deckels, einige Holzschrauben (ich habe 3,5 x 40 mm verwendet) zum Verschrauben der Bauteile miteinander, acht Holzschrauben zur Montage der Scharniere – hier ist die Länge abhängig von der Dicke des verwendeten Holzes – sowie einen Tacker zum Befestigen der Dachpappe. Hierfür können Sie auch Dachpappennägel verwenden, mit dem Tacker geht es aber einfacher und schneller.


Beginnen Sie mit dem Bauteil der Front, indem Sie entweder zwei Quadrate von etwa 10 cm Kantenlänge (wie im Bauteile-Bild gezeigt) oder, wie links dargestellt, abgerundete Öffnungen aussägen. Ich habe hier eine Rundung vorgesehen, die ich einfach durch Auflegen einer entsprechend großen Dose und nachzeichnen mit dem Bleistift markiert habe. Die geraden Striche wurden mit einem Winkel angezeichnet.

Zum Aussägen eignet sich am besten eine Stichsäge. Für Kurven gibt es speziell schmal gestaltete Stichsägeblätter. Wenn Sie sich für eckige Eingänge entschieden haben, können Sie zum Sägen natürlich die normalen Sägeblätter oder auch eine Handsäge verwenden.


Für den nächsten Schritt arbeiten Sie am besten zu zweit. Während die zweite Person die Front, Rückwand und die beiden Seitenwände zusammenhält, setzen Sie eine lange Schraubzwinge oder, wie im Bild, eine Schnellspannklemme über die Konstruktion und pressen die Teile mit mäßigem Druck gegeneinander wie links dargestellt. Ein Spanngurt kann ebenfalls verwendet werden. Die Kanten können Sie danach noch genau ausrichten.
Mit einem Winkel kontrollieren Sie, ob die Teile an den Ecken auch im rechten Winkel angeordnet sind. Sitzt die Klemme nicht mittig, so kann es vorkommen, dass anstelle eines rechtwinkeligen Vierecks eine Trapezform entsteht. in diesem Fall lösen Sie bitte die Klemme nochmals und setzen Sie erneut an, parallel zu den Kanten von Vorder- und Rückseite.
Wichtig ist, dass Sie die Schraubenlöcher vorbohren, sonst spaltet sich das Holz beim Eindrehen der Schrauben! Für den oben angegebene Schraubendurchmesser von 3,5 mm sollten die Löcher, je nach Holz, mit 2,0 bzw. 2,5 mm vorgebohrt werden. Ist dies geschehen, werden die Bretter miteinander verschraubt. Pro Kante genügen zwei bis drei Schrauben. (Bilder rechts)
Haben Sie alle Kanten verschraubt, können Sie die Spannklemme lösen. Damit haben Sie bereits den Korpus des Futterhauses fertig montiert. (Bild unten)




Jetzt sind die beiden Trennwände an der Reihe. Ich hatte hierfür noch einen Rest Siebdruckplatten aus einem anderen Projekt, die allerdings zum Verschrauben in die Stirnseite zu schmal waren. Deshalb habe ich einen weiteren Streifen der Siebdruckplatte an deren Rand geschraubt. Dadurch wird die Trennwand an der Selle, an der die Schrauben sitzen, dicker. So ist es viel leichter möglich, die Trennwand mit der Front zu verschrauben.
Dies war wie gesagt meine Konstruktion – einfacher ist es natürlich, das gleiche Holz für die Trennwände zu nehmen wie für den Rest des Hauses.
Zwischen den beiden Trennwänden wird später der Futternapf platziert. Aber warum ist das notwendig? Nun, das Futter soll ja den Igeln dienen. Wenn Nachbars Katze nachts am Futterhaus vorbeigeht, wäre es für sie ein Leichtes, durch eines der Löcher zu greifen und den Napf so weit nach vorn zu ziehen, dass sie an das Futter kommt.

Um die Ecke greifen kann allerdings keine Katze. Wenn der Napf also in der Mitte zwischen den beiden Trennwänden steht, ist er vor Katzen relativ sicher.
Als nächstes wird der Deckel montiert. Stellen Sie dazu das Futterhaus vor sich auf den Tisch, so dass Sie auf die Rückseite schauen. Legen Sie den Deckel so auf das Haus, dass er mit der Rückwand bündig abschließt und links und rechts gleich weit über den Korpus hinausragt. Halten Sie nun das erste Scharnier auf einer Seite so an das Haus, dass sich die Scharnierachse auf der Höhe des Spalts zwischen Rückwand und Deckel befindet (1). Markieren Sie nun die Montagelöcher mit einem Bleistift (2). Auch hier sollte wieder vorgebohrt werden, danach verschrauben Sie das Scharnier (3). Verfahren Sie mit dem zweiten Scharnier auf der anderen Seite genauso. Bild 4 zeigt die fertige Grundkonstruktion des Futterhauses mit aufgeklapptem Deckel:




Alle Bilder ab jetzt zeigen das Haus, nachdem ich es mit Holzschutzlasur behandelt habe. Das Lasieren des Holzes macht man natürlich normalerweise vor der Montage. Ich habe es lediglich hinterher lasiert, da die einzelnen Arbeitsschritte beim naturbelassenen Holz besser zu erkennen sind.
Als letzter Arbeitsschritt muss nur noch die Dachpappe auf den Deckel getackert werden. Schneiden Sie die Dachpappe etwa 5 cm breiter und länger als den Decke zurecht. Bei meinem Futterhaus habe ich drei Reststücke verwertet und überlappend aufgebracht. Einfacher ist aber ein einziges Stück der entsprechenden Größe.


An den Rändern wird die Dachpappe umgeklappt und direkt an der Stirnseite des Daches festgetackert. Das gelingt am besten, wenn Sie an den vier Ecken die Dachpappe jeweils schräg bis zum Holz einschneiden, die Ecken übereinander klappen und dann zusammen festtackern.
Damit ist das Igel-Futterhaus fertiggestellt. Jetzt heißt es nur noch: Ab damit in den Garten und hoffen, dass die Igel die neue Futterstelle möglichst bald entdecken. 😊


